Über Pausen


Viel beschäftigt lenkt das Beschäftigt sein manchmal auch einfach nur ab. Lange To-Do-Listen, dauerhaft lange Abende bei der Arbeit, das Wochenende gefüllt mit vielen Verabredungen, ab von einem Termin zum Nächsten,

Sport geht auch noch, Urlaube gefüllt mit möglichst vielen Reisezielen in kurzer Zeit für die Stecknadeln auf der Landkarte, hoppla-hopp von hier nach da, ohne Pause. Unterwegs stellt sich die Frage, sind wir viel beschäftigt,

ständig unterwegs oder ständig auf der Flucht? Bringen die vielen Unternehmungen uns noch unserem persönlichen Ziel näher oder haben wir das schon lange aus den Augen verloren? "Als wir das Ziel aus den Augen

verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen.", schrieb Mark Twain. Genießen wir noch was wir tun oder kommt das einzige Glücksgefühl noch daher, wenn wir unsere dauerhafte To-Do-Liste einigermaßen leer gearbeitet haben oder von anderen die Anerkennung bekommen für das, was wir alles so weg wuppen?

 

Und dann kommt sie doch, die Pause. Ungewollt und unverhofft. Zeit, um einfach mal nichts zu tun. Manch einer fragt sich, wie das überhaupt geht, mit dem nichts tun. Die Seele baumeln lassen und beobachten, was so aufkommt. An Gedanken, an Gefühlen, an Fragen und auch Antworten. An neuen Ideen. Entspannung. Nicht jedem wird die Pause liegen und doch gleich wieder in Aktion treten, ablenken, abarbeiten, weitermachen. Es gibt doch so viel zu tun! Oder es plagt gar gleich das schlechte Gewissen, ob der vielen Dinge, die doch noch erledigt werden könnten. Andere wiederum werden sich wohlig suhlen in der unfreiwilligen Pause und die Zeit nutzen in sich hinein zu hören. Beobachten, was so passiert und in uns aufkommt, Geschwindigkeit herausnehmen und durchatmen. Was beschäftigt mich, wenn ich ein Päuschen einlegen? Was passiert, wenn ich die Füße hochlege und nichts tue? Was sind die ersten Gedanken, die mir durch den Kopf schießen und wie gehe ich damit um?

Ständig geschäftig etwas zu tun lässt uns schnell das Ziel vor Augen verlieren, wir wuseln und rennen und merken kaum, dass wir vor einiger Zeit schon falsch abgebogen sind. Ständig beschäftigt unterwegs zu sein kann leicht von dem ablenken, was wir wirklich wollen. Oder uns gar die grundlegende Frage zu stellen "Was will ich eigentlich?" Und "Was kann ich tun, dies zu erreichen?". Im Alltag zwischen Familie, Beruf, Haushalt, Schule, Freunden und Freizeit die Ruhe für eine Pause und Auszeit zu finden ist nicht immer einfach, für manch einen scheint sie schier unmöglich zu sein, selbst zehn Minuten alleine ein kostbares Geschenk. Doch was passiert, wenn wir selbst

diese kurze Auszeit nutzen, um nichts zu tun, zu gucken was passiert und uns ab und an die Frage zu stellen "Was will ich eigentlich und was kann ich tun oder lassen, um dies zu erreichen?"