Preis und Wert


Es gibt Aufgaben und Vorhaben, in die wir uns kopfüber hineinschmeißen, durchwühlen, sortieren und arbeiten, mit aller Kraft versuchen das Ziel zu erreichen, koste es was es wolle. Zum welchem Preis? Was ist der Preis,den wir für manche Dinge bezahlen und der tatsächliche Mehrwert, den wir am Ende erhalten?

Irgendwo in der Grauzone, zwischen absoluter Hingabe, Fleiß, Passion und Biss scheint es eine feine Trennlinie zu geben zwischen dem, was den Preis des Einsatzes Wert ist und dem, an dem sich das Investment nicht mehr lohnt. Finanziell betrachtet lässt sich so eine Rendite mathematisch einfach berechnen. Doch wie sieht es aus, wenn es sich hierbei nicht um monetäre Werte handelt, sondern um ganz persönlichen ethische Werte? Lebenszeit. Um das, woran wir eigentlich glauben.

„Freizeitorientierte Schonhaltung“, so bezeichnete ein großer Werber jüngst erst eine gesunde Work-Life Balance, er fände sie Käse. In der Tat fühlt sich manch einer wie ein Held, wenn die Nachtschichten sich gelohnt, die Präsentation gelungen und der Pitch gewonnen wurde. Die siegreichen Lorbeeren der Anerkennung lassen den Brustkorb ein kleines bisschen anschwellen. Doch manchmal wird aus dem kurzen Sprint des „Durchhaltens“ ein Marathon in gleicher Geschwindigkeit. Einer der gerne mal länger dauert als nur zweiundvierzig Kilometer. Es stellt sich die Frage ab wann aus dem Durchhalten ein Aushalten wird. Wann ist der Zeitpunkt gekommen, ab dem aus dem Aushalten

die nächste Stufe erreicht ist? Braucht es körperliche Beschwerden wie Granateinschläge, um zu merken, dass mental und emotional eigentlich nichts mehr geht? Welchen Preis er für seine Passion bezahlt offenbarte gerade erst Elon Musk in der New York Times.

Provokant gefragt: Ist der Preis, den wir für manche Dinge bezahlen, der Preis, den wir uns selbst Wert sind?