In nachhaltigen Schritten durch die Neuorientierung


„Was tue ich hier??“ Ich saß an meinem Schreibtisch, der Blick zweifelnd schwankend zwischen Bildschirm und dem blauen Himmel vor dem Fenster. Der Gedanke traf mich wie ein Blitzschlag aus heiterem Himmel, mit einem Mal wurde mir bewusst – die Zeit für eine Neuorientierung war gekommen.

Ausbildung und Studium hatte ich absolviert, mich in den letzten Jahren die Karriereleiter weiter nach oben gearbeitet und stand mit beiden Beinen im Leben. Mein Job gut bezahlt, wollte ich trotzdem nicht weiter vor mich hinplätschern. Ich zog Zwischenbilanz und mir wurde klar, eine berufliche Neuorientierung musste her. Sie würde nicht nur Einfluss auf meinen Beruf, sondern auf alle anderen Bereiche meines Lebens haben und damit wohl auch eine Neuorientierung in meinem Leben bedeuten.

Eine Veränderung war für mich unumgänglich. Ich hatte nette Kollegen, mit denen ich gerne Zeit verbrachte, doch meine Arbeit langweilte mich, sie erfüllte mich nicht und machte mir keine Freude. Über die Jahre war ich einen Karriereweg gegangen, der logisch erschien. Ich nahm Angebote an, entwickelte mich weiter, übernahm mehr Verantwortung und kam an einem Punkt an, an dem ich feststellte, dass dieses offensichtlich Logische etwas war, was mich nicht erfüllte.

„Wohin soll meine Reise gehen?“ Raus aus dem Alten war der einfache Teil, die Antwort auf die Frage wo das Neue lag weitaus schwieriger zu beantworten. Die Entscheidung zur Veränderung schien wie eine Operation am offenen Herzen, denn Rechnungen wollten weiter bezahlt werden. So beschloss ich sie langsam und sicher anzugehen und nicht alles mit einem Mal über den Haufen zu schmeißen.

Mein Entschluss zur Neuorientierungsphase stoß bei Familie und Freunden sowohl auf Unterstützung als auch bestürzte Gesichter. Bei manch einem als frühzeitige Midlife-Crisis abgestempelt, konnte ich mir hier nur bedingt Zuspruch erhoffen. An Ratschlägen und Lösungsvorschlägen mangelte es trotz allem nicht. Der beste in dieser Situation kam von einem Freund, der mir einen Coach ans Herz legte. Jemand der mit mir völlig wertneutral umgehen und mich mit offenem Visier durch meine Neuorientierung begleiten würde.

Gesagt, getan schaute ich mich um, durchforstete Webseiten über Webseiten. Es gab Charakteristika, die mir bei der Begleitung meiner Neuorientierungsphase essentiell waren. Ich wollte mit jemandem arbeiten, der keine Scheu hatte Dinge beim Namen zu nennen, der es schaffte mich aus meiner Komfortzone zu locken und mir Fragen zu stellen, die mich auf neue Fährten lockten. Ich wollte jemanden der klar war, mir half meine Werte zu erkennen und das, war mir wichtig war. Jemand der mich in dieser Veränderung voran trieb und mich gleichzeitig nicht hetzte. Ein ruhiger und gleichzeitig starker Gegenpol, der mir half einen neuen Weg zu finden und damit etwas, was mich von Herzen erfüllte.

 

Die Zusammenarbeit verlief regelmäßig über einige Monate hinweg. Eine Zeit, in der ich nicht nur berufliche eine neue Passion fand, sondern vor allem persönlich neue Seiten an mir entdeckte. Ich ging Dinge mit neuer Perspektive und von völlig neuen Herangehensweisen an. So brachte mich der Entschluss zu einer Neuorientierung langsam, aber sicher zu einem zufriedeneren Selbst.