Wie bereit bin ich mir Zeit zu nehmen?


„Aber mein Leben ist nun mal einfach Scheiße, das ist total stressig und ich habe einfach keine Zeit!“ So die Aussage in einem Gespräch vor einigen Tagen, gepaart mit dem hektischen Hinweis „Ich kann auch nichts anders machen.“

 

Verständlich. Mitten im Geschehen und voller Engagement alle Vorhaben unter einen Hut zu bringen und auch noch gut zu meistern, erscheint die Frage ob etwas anders zu machen ginge fast wie eine Beleidigung. Und klar, manche Dinge lassen sich schwer verändern, denn weder der Kühlschrank füllt sich von selbst, noch bezahlt sich eine Miete auf wundersame Weise von allein.

 

Doch irgendwo im Dickicht der Aufgaben wird sich eine Stellschraube finden lassen, an der gedreht werden kann. Ein bisschen. Die, auf die es in diesem Moment für eine Erleichterung des Alltags am meisten ankommt. Nach ein paar Tagen an einer anderen Stelle. Ein bisschen. Veränderung in genau den Dosen, die zu diesem Zeitpunkt mental, emotional und auch physisch verarbeitet werden können.

 

 

Was kurios erscheint: der erste Schritt um tatsächlich gefühlt „mehr Zeit zu haben“, ist der sich Zeit zu nehmen, durchzuatmen und zu reflektieren. In rasender Geschwindigkeit durch den Alltag pesend wird es schwierig genau die kleinen Nuancen zu sehen, die nach und nach den essentiellen Unterschied bringen. So sehr das auch Unmut und Ärger aufbringen mag, die erste und grundlegende Frage vorne weg ist immer die gleiche: „Wie bereit bin ich, mir genau diese Zeit zu nehmen?“