Burnout Symptome erkennen und vorbeugen


Nur zu gut erinnere ich mich an den Tag, an dem ich die Reißleine zog. Der Weg dorthin verlief von „zur Zeit ist es ein wenig anstrengend und viel los“ über „es ist dauerhaft anstrengend und viel los“ hin zu „es ist anstrengend und so viel los, der Berg ist nicht zu bewältigen“ weiter zu „ich breche in Tränen aus, sobald ich durch die Wohnungstür bin“ über die Station „ich weine kurz heimlich in den Waschräumen des Büros“ bis zu „Körper und Kopf sind krank, nichts geht mehr.“ Hausgemachter und fremd bestimmter Leistungsdruck brachten mich an den Punkt, an dem ich nicht mehr nur nicht im High-Speed-Hamsterrad rennen konnte, sondern schlicht und ergreifend es nicht mehr wollte. Ein Einzelschicksal? Keineswegs! Laut einer Studie der pronova BKK aus dem Jahr 2018, sieht sich jede zweite Person von einem Burnout bedroht.

Ursachen für Burnout

Im Einzelfall sehen die Ursachen für Burnout bei jedem anders aus, meist handelt es sich um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Schlechtes Arbeitsklima inklusive Überstunden, Überbelastung, Mirko-Management durch Vorgesetze und damit fehlende Autonomie, mangelnde Anerkennung, Bürokratie und Vetternwirtschaft, sowie das Erledigen von sinnfreien Aufgaben spielen eine große Rolle. Anhaltender Termindruck, auch für unwichtige und unnötige Themen, stellt für viele die größte Herausforderung dar. Einer der Ursachen für Burnout ist auch der Umgang mit Zeit, sei es durch die Erwartungshaltung der ständigen Erreichbarkeit an Mobiltelefonen oder Massen an unnötigen Besprechungen. Nicht zuletzt bringen Anforderungen und Maßnahmen, die konsequent gegen das eigene Wertesystem laufen, den eigenen Organismus ins Wanken. Egal ob privater oder beruflicher Natur, ein anhaltender Konflikt mit den eigenen Werten wirkt sich auf Dauer negativ aus.

Burnout Symptome

Bis heute gibt es seitens Ärzten, Psychologen und Wissenschaftlern keine eindeutige definierte Diagnose für Burnout. Basierend auf dem Maslach Burnout Inventory aus den 1980er Jahren, die in verschiedenen Variationen weiterentwickelt wurde, gibt es inzwischen jedoch einige Herangehensweisen, die als Grundlage für die Bestimmung dienen. Symptome von Burnout zeigen sich in Form von:

  • Emotionaler Erschöpfung
  • Depersonalisierung
  • Erleben von Misserfolg

Der Weg von kurzzeitiger Überlastung hin zur Diagnose Burnout dauert bei jedem Menschen unterschiedlich lang. Doch wie lange lässt sich noch von einer vorrübergehenden Phase ausgehen und ab wann ist eine Belastungsgrenze schon weit überschritten? Eine Reihe von Anzeichen psychischer und körperlicher Natur gibt Aufschluss darüber, ob der Zeitpunkt gekommen ist zu handeln.

Psychische Anzeichen:

  • Dauerhafte mentale Erschöpfung
  • Anhaltende Antriebslosigkeit & Motivationsschwäche
  • Gereizte Laune
  • Mangelndes Interesse und Gefühl der Sinnlosigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Anhaltende sexuelle Unlust

Körperliche Anzeichen:

  • Anhaltende Anspannung
  • Dauerhafte physische Erschöpfung
  • Permanente Müdigkeit
  • Schlafstörungen jeglicher Form (Einschlafen, Durschlafen, unruhiger Schlaf)
  • Anfälligkeit für Infekte
  • Anhaltende Rücken- und/oder Kopfschmerzen
  • Tinnitus und Hörsturz
  • Anhaltender Schwindel und Kreislaufprobleme

Typische Persönlichkeitsmerkmale von Betroffenen

Eine Schublade mit Stereotypen, die garantiert irgendwann in ihrem Leben an einem Burnout erkranken werden, gibt es nicht. Manche Menschen scheinen mühelos mit einem hohen Arbeitsaufkommen, großer Verantwortung und hoher Belastung umgehen zu können. Interessant erscheint jedoch der Aspekt, dass Betroffene von Burnout nicht selten eine Tendenz zur Selbstüberforderung vereint. Sie zeigen sich beispielsweise in übermäßiger Leistungsorientierung, die sich in einem Hang zur Verausgabung und Perfektionismus wiederspiegeln können. Mangelndes Selbstwertgefühl, verbunden mit Glaubenssätzen wie „Ich bin nicht gut genug.“, „Ich muss das unbedingt zu Ende bringen und schaffen.“, „Ich muss das gut machen, damit die mich mögen.“ und ähnliche tragen weiter zur Selbstüberforderung bei. Dabei werden die eigenen Grenzen ungehemmt überschritten, nicht nur von Betroffenen selbst auf mentaler, emotionaler und körperlicher Ebene. Sie werden auch überschritten von Dritten, denen Betroffene von Burnout selten oder gar keine Grenzen setzen. Ein übermäßiges Hilfsbedürfnis, Scheu vor Konflikten und Angst vor vermeintlichen Autoritätspersonen lösen jegliche persönliche Grenzen immer weiter auf. Pause, Ruhephasen, Erholung, Bitte um Unterstützung und Hilfe – Eigenschaften, die für viele Burnout-Betroffene eine Herausforderung darstellen.

 

Wie lässt sich einem Burnout vorbeugen?

Wie Virgin-Gründer Richard Branson kürzlich sagte: „Einer der Hauptgründe, warum ich ein Burnout mehr als 50 Jahre im Geschäft vermeiden konnte, war, dass ich meine Gesundheit und mein Wohlergehen mit Priorität behandelt habe.“

Gerade in Zeiten von hoher Belastung ist es wichtig, sich immer wieder Zeit für sich zu nehmen und ehrlich zu fragen: Wie lange dauert diese Phase schon an, ist sie wirklich nur vorrübergehend oder hält sie schon mehrere Wochen an? Wie fühle ich mich: körperlich, mental und emotional? Wie viel Erholungszeit nehme ich mir? Auf Dauer ist es essenziell zu verstehen, was die eigenen Antreiber sind, die einen immer wieder ein Stück zu weit und damit in die Erschöpfung gehen lassen. So kann im Coaching eruiert werden, welche Glaubenssätze einen derzeit antreiben und mit welchen positiven Glaubenssätzen und Maßnahmen sich neue, gesündere Vorgehensweisen etablieren lassen. Auch für das Setzen eigener Grenzen oder dem Umgang mit Autoritäten können persönliche Schritte entwickelt werden, um hier nachhaltig eine Veränderung und damit einen Weg zu mehr Ausgeglichenheit zu definieren. Regelmäßige Ruhephasen, Zeit für Bewegung und an der frischen Luft unterstützen dabei, Stress zu verarbeiten und so nicht nur körperlich, sondern auch mental und emotional Batterien wieder aufzuladen. So hilft unter anderem regelmäßige gezielte, tiefe Zwerchfellatmung wie im Transformational Breath® dem Körper Stress zu verarbeiten, führt zur mehr Balance und innerer Ruhe. Wichtig ist es für sich persönlich einen Weg zu finden, der nicht weiter die Tendenz zur Selbstüberforderung füttert, sondern das eigene Selbstwertgefühl dauerhaft positiv nährt.