Angst vor Veränderungen


„Spring!“, sagte meine Schwester am Ruder „Ich kann hier nicht stehen.“, antwortete ich. Ich sollte unser Boot vor dem Auflaufen am Ufer abhalten, doch in der Brühe des Stuttgarter Max Eyht Sees war kein Grund zu sehen. Als ich mich wenige Sekunden später überwand zu springen, stand ich gerade einmal knöcheltief im schmutzigen Dreckwasser.

Viele Jahre später kam mir dieses Regatta-Ende immer mal wieder in den Sinn. Dann, wenn ein Sprung ins Unbekannte vor mir lag und sich mental die Angst vor Veränderung einquartierte, die mir einreden wollte: „Ich kann hier nicht stehen!“ Bei manchen Veränderung machte ich mich im übertragenen Sinne ordentlich nass, für manche brauchte ich ein paar Schwimmzüge und bei anderen landete ich einfach und trockenen Fußes direkt an Land. Ohne Ausnahme landete ich immer im festen Stand.

 

Wo kommt sie also her, diese Angst vor Veränderung?

Angst vor dem Unbekannten

Bei der Beschäftigung mit der Frage „Wie ist das eigentlich mit dem Unbekannten?“ stellte mir neulich jemand eine weitere Frage, die mir gut gefiel.

 

„Wenn das Unbekannte ein schwarzer Raum wäre, in dem nichts existiert, auch nicht all das, was ich schon kenne, was wäre dann eigentlich möglich?“

 

Je länger ich diese Frage sacken lies, desto besser gefiel mir die sich entfaltende Antwort. Sie ließ für mich das Unbekannte zur neuen Komfortzone werden, in der ich voller Selbstvertrauen auf all meine Fähigkeiten bauen und mich damit selbstverwirklichen konnte.  

Woher kommt Angst vor Veränderung?

Schlechte Erfahrung aus der Vergangenheit halten uns meist davon ab die Komfortzone zu verlassen. Dabei kann es manchmal eine einzige negative Erfahrung sein, die uns zukünftig mental blockiert. Sie macht sich breit in einem Glaubenssatz, der sich dem Glück im neuen Unbekannten massiv entgegenschiebt. Sie nimmt die Zuversicht, dass in dieser Veränderung für uns etwas Positives liegen kann. Etwas, dass uns über uns selbst hinauswachsen lässt oder glücklich und zufrieden sein.

 

Diese mentalen Barrikaden lassen sich abbauen. Mit ihr die Angst vor dem Unbekannten. Je mehr sie schwinden, desto mehr wächst das Wissen über die eigenen Ressourcen, ein gesundes Selbstvertrauen. Mehr und mehr wird die Veränderung so zum neuen Freund, der Freude auf alles Unbekannte macht. 

 

die eigene Haltung zur Veränderung

Veränderung geschieht, immer. Manchmal im Kleinen, bei der Entdeckung des ersten grauen Haars. Weltweit im Großen in diesem Jahr 2020 durch die Verbreitung von COVID-19 und all der damit getroffenen Maßnahmen. Sie drängt uns alle uns auf ganz individuelle Weise einer Veränderung anzupassen.

 

Viele dieser Maßnahmen kamen nicht aus eigener Entscheidung. Ganz gleich ob ich diese gut heiße oder nicht, kann ich entscheiden mit welcher Haltung ich die Situation handhabe. Eine Möglichkeit ist es sich im Nölen und Motzen zu verlieren, alle noch verbliebene Energie aufzuwenden sich in einer Opferrolle zu suhlen. Eine weitere Möglichkeit ist es sich dazu zu entscheiden das Beste aus der Situation zu machen. Das bedeutet keinesfalls alles gut finden und hinnehmen zu müssen. Vielmehr bedeutet es mit der eigenen Energie hauszuhalten, zu schauen wo und wann es sich lohnt konstruktiv Kritik zu üben. Und ansonsten für sich zu entscheiden, wie man am Besten diese Situation für sich handhabt und vielleicht aus all dem noch etwas Positives für sich mitnimmt.
 

Veränderungen aktiv steuern

Was ich in den letzten Wochen seit Beginn des ersten Lockdowns als positiv wahrgenommen habe war zu sehen, wie viel sich auf einmal online durchführen lässt. Veränderungen wurden aktiv gesteuert, teilweise einfache Lösungen zusammengeschustert, die manchmal hakten und häufig funktionierten. Wo vorher so oft ein "das geht nicht" den Ton angab, wurden innovativ aus der neuen Situation heraus neue Lösungen gefunden. Veränderungen, die es braucht, die mitunter viel Gutes mit sich brachten. Die Angst vor dem Scheitern, ist das, was so oft zurückhält Neues gar nicht erst auszuprobieren. Eine Frage, die im Zusammenhang mit der Angst vor Veränderungen ein guter Begleiter ist, ist die Frage:

 

Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte beim Scheitern? Und wie schlimm wäre das wirklich?

 

Lässt sich in der Tiefe des Herzens hierzu eine Antwort finden, gibt es nach meiner Erfahrung nur noch Gründe eine Veränderung aktiv herbeizuführen. Um das maritime Gleichnis von Beginn wieder aufzunehmen, bin ich dann in meiner Badewanne Kapitän, in der ich aktiv meine Selbstverwirklichung steuere. Wer nun lange als Matrose passiv mitgeschippert ist, braucht vielleicht einige Zeit, um Selbstvertrauen zu fassen und das Ruder wieder aktiv in die Hand zu nehmen.

Doch jedem steht sie zu, eine aktive, selbst bestimmte Rolle im eigenen Leben.

Wie lässt sich Angst vor Veränderung zur Freude vor dem Unbekannten wandeln?

Die Antwort auf diese Frage wird bei jedem anders ausfallen. Sie hängt mitunter davon ab, wie mutig jemand ist. Dabei gibt es keine Skala, die hier ein "richtig" oder "falsch" anzeigen würde. Ein Schritt vorwärts in das Unbekannte ist sich Situationen vor Augen zu führen, in denen diese sich positiv ausgewirkt haben. Mögen sie dir noch so klein erscheinen. Jede/r von uns hat Situationen erlebt, in denen wir uns auf unbekanntes Terrain begeben mussten und dann überraschend Positives erlebt haben. Jede und jeder. 

Es sind diese Begebenheiten die wir als Anker für uns setzen können. Als Mutmacher eine Veränderung zu wagen. Wie groß dieser Schritt sein soll, entscheidest allein du.

 

Ebenso hilft es dir immer wieder vor Augen zu führen, was du daraus gewinnen kannst. Welche ungeahnten Türen können sich öffnen, wenn du es wagst genau diesen Schritt zu gehen. Welche Menschen hast du in deinem Umfeld, die dich dabei unterstützen können? Gibt es diese in deinem jetzigen Umfeld nicht, wo kannst du dir ein Netzwerk von Gleichgesinnten suchen, dass dich bei deinem Vorhaben bestärken kann? Finde die Menschen, die dich auf deinem Weg begleiten und gewinne so mehr und mehr Festigung in deinem eigenen Selbstvertrauen.

 

Wie kann ich Veränderungen annehmen oder selbst initiieren?

Ein erster Schritt Veränderungen anzunehmen oder diese selbst zu initiieren kann sein den eigenen Blickwinkel auf das Positive zu lenken. Sich ganz bewusst vor Augen zu führen, was sich hieraus Erfreuliches für mich ergeben und was ich mit dieser Veränderung Neues lernen kann. Dem einen oder anderen mag es helfen sich hierzu eine Liste zu erstellen. Hierbei darf im Vordergrund die Frage stehen:

 

"Was kann ich aus dieser Veränderung für mich gewinnen?"

 

Ebenso lässt sich erlernen sich eventuell aufkommende Angst zu Nutze zu machen, damit diese einen im Sein nicht mehr lähmt sondern bestenfalls stärkt.

 

Es fällt dir noch immer schwer dich auf Unbekanntes einzulassen? Du möchtest Veränderungen mit mehr Leichtigkeit begegnen und sie nicht mehr als unüberwindbare Herausforderungen sehen? Hierfür werde ich gerne mit Coaching deine Wegbegleiterin. Ich helfe dir dabei deine ganz eigenen Strategien zu entwickeln, Veränderungen anzunehmen, zu initiieren und dich mit Selbstbewusstsein auf das Unbekannte einzulassen. Bist du bereit? Mach deinen ersten Schritt diese Veränderung für dich herbeizuführen.