Angst vor Veränderungen


„Spring!“, sagte meine Schwester am Ruder „Ich kann hier nicht stehen.“, antwortete ich. Ich sollte unser Boot vor dem Auflaufen am Ufer abhalten, doch in der Brühe des Max Eyht Sees war kein Grund zu sehen. Als ich mich wenige Sekunden später überwand zu springen, stand ich gerade einmal knöcheltief im schmutzigen Dreckwasser. Viele Jahre später kam mir dieses Regatta-Ende immer mal wieder in den Sinn, wenn ein Sprung ins Unbekannte vor mir lag und sich mental die Angst vor Veränderung einquartierte, die mir einreden wollte „Ich kann hier nicht stehen!“ Manche Veränderung brauchten ein paar Schwimmzüge, so kam ich manchmal trockenen Fußes und manchmal nass, erfrischt am Ziel an, doch ohne Ausnahme landete ich immer im festen Stand. Wo kommt sie also her, diese Angst vor Veränderung?

Angst vor dem Unbekannten

Bei der Beschäftigung mit der Frage „Wie ist das eigentlich mit dem Unbekannten?“ stellte mir neulich jemand eine weitere Frage, die mir gut gefiel. „Wenn das Unbekannte ein schwarzer Raum wäre, in dem nichts existiert, auch nicht all das, was ich schon kenne, was wäre dann eigentlich möglich?“ Je länger ich diese Frage sacken lies, desto besser gefiel mir die sich entfaltende Antwort. Sie ließ für mich das Unbekannte zur neuen Komfortzone werden, in der ich voller Selbstvertrauen auf all meine Fähigkeiten bauen und mich damit selbstverwirklichen konnte.  
 

Häufig ist es eine einzelne schlechte Erfahrung aus der Vergangenheit, die uns davon abhält die Komfortzone zu verlassen. Sie macht sich breit in einem Glaubenssatz, der sich dem Glück im Unbekannten massiv entgegenschiebt. Doch jede Barrikade lässt sich auflösen und sich selbst damit von der Angst vor dem Unbekannten befreien. Sowohl das Wissen um die eigenen Ressourcen als auch ein gesundes Selbstvertrauen lassen sich stärken und damit Veränderungen als neuen Freund gewinnen. 

Haltung bei Veränderung

Veränderung geschieht, immer. Manchmal im Kleinen, bei der Entdeckung des ersten grauen Haars. Weltweit derzeit durch die Verbreitung von COVID-19 und all der damit getroffenen Maßnahmen. Sie nötigt uns alle uns auf ganz individuelle Weise einer Veränderung anzupassen. Auch wenn zu Hause sein in Woche …. ? … nicht meine Entscheidung war, kann ich entscheiden mit welcher Haltung ich die Situation handhabe. Kann ich Scheiße finden, nölen und motzen. Oder ich kann mich entscheiden das Beste aus der Situation zu machen, wenn angemessen konstruktiv Kritik zu üben, und aus all dem etwas Positives für mich mitzunehmen.
 

Veränderungen aktiv steuern

Positiv war beispielsweise auch in den letzten Wochen zu sehen, wie viel sich auf einmal online durchführen ließ. Veränderungen wurden aktiv gesteuert, teilweise einfache Lösungen zusammengeschustert, die manchmal harkten und häufig funktionierten. Der Harken, also die Angst vor dem Scheitern, ist das, was so gerne zurückhält Neues gar nicht erst auszuprobieren. Was wäre das Schlimmste, was passieren könnte beim Scheitern? Und wie schlimm wäre das wirklich? Lässt sich in der Tiefe des Herzens hierzu eine Antwort finden, gibt es nach meiner Erfahrung nur noch Gründe eine Veränderung aktiv herbeizuführen. Um das maritime Gleichnis wieder aufzunehmen bin ich dann in meiner Badewanne Kapitän, in der ich aktiv meine Selbstverwirklichung steuere. Wer nun lange als Matrose passiv mitgeschippert ist, braucht vielleicht einige Zeit, um Selbstvertrauen zu fassen und das Ruder wieder aktiv in die Hand zu nehmen. Doch jedem steht sie zu, eine aktive, selbstbestimmte Rolle im eigenen Leben.

Gerne unterstütze ich Sie dabei Ihre persönliche Veränderung aktiv zu gestalten und das Unbekannte zu Ihrer neuen Komfortzone werden zu lassen. Ich freue mich auf Ihre Nachricht.