Burnout Prävention – 5 Tipps, um vorzubeugen


Rückblickend erscheinen Anzeichen für ein Burnout völlig offensichtlich gewesen zu sein. Dennoch wurden Signale unbewusst und manchmal auch in vollem Bewusstsein ignoriert und in der gewohnten Manier weitergelebt, bis Körper, Geist und Seele in den Streik treten. Laut einer aktuellen Studie der Swiss Life sind psychische Erkrankungen wie Burn-Out mit 37 Prozent die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit, ein Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2009. Doch muss es wirklich so weit kommen, dass einen die Überbelastung vollständig aus den Latschen haut?

 

Häufig ist eine hohe Arbeitsbelastung allein nicht die Ursache für ein Burnout, ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren auch aus dem privaten Bereich führt letzten Endes dazu sich ausgebrannt zu fühlen. Ebenso spielt die eigene Resilienz, d.h. die psychische Fähigkeit schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen zu überstehen, eine wichtige Rolle. Es gibt Möglichkeiten einem Burnout vorzubeugen, um der hohen Belastung standzuhalten und in mehr Ausgeglichenheit zu leben. Individuell gilt es die auslösenden Stressfaktoren und die eigenen Grenzen der Belastbarkeit zu erkennen, um ein Burnout zu vermeiden. Folgende Möglichkeiten aus dem Spektrum der Burnout Prävention können Ihnen helfen ein Burnout zu verhindern:

 

Wirksame Atem-Übung

Entspannungsphasen sind nicht nur in angespannten und stressigen Lebensphasen enorm wichtig, auch in ruhigeren Zeiten unterstützen sie präventiv. Kommt der Körper nicht zur Ruhe, läuft er dauerhaft im Kampf-oder-Flucht-Modus, was die Entstehung von Burnout mit begünstigt. Eine bewusste, tiefe Atmung versorgt den Körper mit mehr Sauerstoff, sie sendet zudem positive Signale an das Gehirn zur Reduzierung der Stresshormone. Eine einfache Atem-Übung hierfür ist die 4-7-8-Atmung, die sich jederzeit und überall durchführen lässt:

  • Schritt 1: Atmen Sie tief durch die Nase in den Bauch ein und zählen dabei innerlich auf 4
  • Schritt 2: Halten Sie die Luft an und zählen dabei innerlich auf 7
  • Schritt 3: Atmen Sie langsam durch den leicht geöffneten Mund aus und zählen dabei innerlich auf 8
  • Wiederholen Sie dies insgesamt 5 Mal, bei Bedarf verlängern Sie die Übung nach Ihren Bedürfnissen.

Belastungsgrenzen erkennen und einhalten

„Wenn er/sie das kann, kann ich das auch!“ Wirklich?! Was einen belastet und wo genau die eigenen Grenzen liegen, sieht bei jedem Menschen anders aus. Darüber hinaus scheinen manche Menschen ein irres Pensum zu absolvieren, dabei super sportlich zu sein, ein perfektes Privatleben zu haben und außerdem noch Tip-Top auszusehen. Doch aufgepasst! Das ist es, was wir sehen oder sehen wollen und nicht zwangsläufig entspricht dieses Bild der vollen Wahrheit. Wichtig ist es nicht einem vermeintlichen Idealbild entsprechen zu wollen, sondern selbst eine ideale Lebensweise zu führen.

Hierbei ist es hilfreich zu verstehen, welches Bild wir von uns selbst haben, welche Glaubenssätze unsere Überzeugungen und Handlungen am meisten beeinflussen, welche Werte einem wichtig sind und ob diese gelebt werden können. Nicht zuletzt gilt es anzuschauen, welches die ausschlaggebenden Stressoren im eigenen Leben sind. Dieses Gesamtbild wird Aufschluss darüber geben, wo die eigenen Belastungsgrenzen liegen. Indem diese erkannt werden, können gezielt Veränderungen vorgenommen werden, um diese Grenzen nicht permanent zu überschreiten.
 

Prioritäten setzen

Es gibt diese Tage an denen alles wichtig, dringlich und eilig erscheint. Der Stapel der zu erledigenden Dinge wächst unaufhaltsam, die Zeit, um diesen auf ein normales Maß zu bringen, reicht kaum aus. Selten haben all diese Themen die gleiche Wichtigkeit. Auch wenn manche Kollegen nachdringlicher oder lauter auf Antworten pochen, was wirklich wichtig ist und mit welcher Priorität zu bearbeiten ist, liegt im eigenen Ermessen. Beginnen Sie den Tag indem Sie sich einen Moment Zeit nehmen, einen Überblick über die zu erledigenden Themen für diesen Tag verschaffen, ein Ranking für diese Themen und eine ungefähre Zeitabschätzung für die Bearbeitung erstellen. Diese Prioritäten-Liste wird Ihnen helfen eine Übersicht zu bekommen, was an diesem Tag realistisch umzusetzen ist. Sind in den nicht realisierbaren Aufgaben für diesen Tag Themen dabei, bei denen jemand auf eine Rückmeldung wartet, geben Sie kurze Info an diese Person, wann in etwa mit einer Antwort zu rechnen ist. Eine aktive Kommunikation kann Nachfragen vorbeugen, die Sie unter Umständen noch mehr unter Stress setzen.

Ständige Erreichbarkeit reduzieren

Die Verlockung ist groß nur noch einmal kurz auf das Handy zu schauen, vielleicht gibt es ja ein Update. Meist gibt es ein Update, zu irgendwas, tatsächliche Relevanz fragwürdig. In den seltensten Fällen ist eine ständige Erreichbarkeit wirklich von Nöten, meist sind es Ausnahmefälle, für die jemand wirklich benötigt wird. Dennoch starren viele Menschen immer wieder auf ihre Telefone, beantworten auch nach Feierabend Emails und führen Telefonate.

 

Erleichterung hierzu bringen drei wichtige Funktionen am Handy: lautlos, Flugmodus, aus. Ebenso lassen sich an den meisten Geräten Bildschirmzeiten einrichten, so dass bestimmte Funktionen ab einer eingestellten Uhrzeit in den Ruhemodus gehen. Nach einer kleinen Umgewöhnungszeit wird sich sehr schnell zeigen, wie viel Erleichterung dies mit sich bringt, mehr Zeit für persönliche Themen zur Verfügung stellt und die permanente Anspannung „ob wohl noch etwas zu tun sei“ langsam löst. Bald wird sich herausstellen, dass auch eine Antwort auf Emails am nächsten Tag ausreichend waren und der erholsame Feierabend weitaus mehr wert war.

Umgang mit Konflikten lernen

Allein der Gedanke an Konfliktgespräche löst bei manche einem schon den ersten Angstschweiß aus. Horror-Szenarien spielen sich im Kopf ab, Eskalationsmöglichkeiten erscheinen in düsteren Farben… So umgeht der ein oder andere lieber einen Konflikt, anstatt einen Versuch zu starten diesen konstruktiv zu lösen. Unbewusst wird so bei Themen kleinbeigegeben, die für einen persönlich unter Umständen von enormer Wichtigkeit sind. Oder es werden durch die Vermeidung dieser Gespräche Maßnahmen durch andere ergriffen, die gegen das eigene Wertesystem laufen und einen so innerlich mehr und mehr aufreiben, das eigene Selbstwertgefühl fängt an darunter zu leiden und der Stresspegel steigt. Darüber hinaus wird so nach und nach die Entscheidungsgewalt über einen selbst an andere abgegeben.

Durch die Änderung der Einstellung zu Konfliktgesprächen, das Erlernen konstruktiver Herangehensweisen und die Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls lässt sich hierfür Erleichterung schaffen. Neben der Verbesserung von Beziehungen wird der Stresspegel wieder sinken und das Selbstbewusstsein gestärkt, was sich positiv in allen Lebensbereichen auswirken wird.

 

Es fällt Ihnen schwer allein einen Weg aus der dauerhaften Anspannung zu finden? Ich unterstütze Sie gerne dabei.  Kontaktieren Sie mich jetzt für ein unverbindliches und kostenloses Erstgespräch.