Stressresilienz


 

Zack zack und hopplahopp, das noch schnell erledigt, fix das fertig gemacht und ha, klar, das geht ja auch noch. Einfach übersetzt ein dauerhaftes „Go! Go! Go! Go! Go!“ als Lebensmotto. Immer in Eile, gefühlt keine Zeit für nichts, den Kalender voll, Telefon immer griffbereit, im Zweifel nicht einmal abgelegt. Hektisches Atmen bis kurz vorm Koller. Stillstand? Ruhepausen? Für Anfänger! Gescheut wie der Teufel das Weihwasser. Doch eigentlich ist er da, irgendwo tief verwurzelt der Wunsch wirklich zu erleben, präsent zu sein bei den Vorhaben und nicht nur abzuarbeiten. Freizeitorientiertes Lebensmotto?
 

Jetzt nur noch einmal richtig durchziehen, durchhalten, richtig ackern und dann wird’s ruhiger. Ein Trugschluss? Einer, der einen direkt in den nächsten Sprint rennen lässt, schneller und immer weiter? Und was eigentlich ist der Antrieb für „ich muss nur noch das, weil sonst…“ Ja sonst was eigentlich?
 

Definition Resilienz

Permanenter Stress, dauerhafte Anspannungen, Überanstrengung über längere Zeit, Erkrankungen oder traumatische Ereignisse können das Leben nachhaltig beeinflussen. Nicht nur im beruflichen Kontext, auch im privaten Bereich können sie negativen Einfluss ausüben und zu stressbedingten Erkrankungen wie Burnout führen. Die Belastungsgrenze und der Grad an Verwundbarkeit sieht bei jedem Menschen anders aus und somit auch die Stressresilienz. Was dem einem als Lappalie erscheint, haut den nächsten aus der Kurve. Resilienz ist die Fähigkeit in Phasen von enormen psychischen oder körperlichen Belastungen die psychische Gesundheit aufrechtzuerhalten oder sich innerhalb kurzer Zeit wieder zu berappeln. Es ist die psychische Widerstandsfähigkeit, die in bestimmten Krisen auf Ressourcen zurückgreifen lässt, um mit diesen Situationen besser umgehen zu können.
 

Warum sind manche Menschen mehr gestresst als andere?

Wie strapazierfähig ist die eigene Resilienz? Ist der Antrieb wirklich nur diese eine Aufgabe noch einmal rasch fertig zu bekommen oder ist der eigentliche Antrieb dahinter ein ganz anderer? Liegt hinter dem Glauben ständig unter Strom und Volldampf etwas tun zu müssen eigentlich ein anderer Wunsch? Lebt das Umfeld wirklich in einer freizeitorientierten Schonhaltung, wenn es nicht gewillt ist dauerhaft und ständig im Sprinttempo eine Ultra-Marathon-Distanz mitzulaufen? Lässt sich wirklich nur etwas „erreichen“ im Leben, wenn das Tacho dauerhaft auf Höchstgeschwindigkeit läuft? Was tue ich, um andere zufrieden zu stellen, nicht aufzufallen, oder der/die Gute und Brave zu sein, wie sehr möchte ich einer Leistungsgesellschaft entsprechen?
 

Ein unterschiedliches Empfinden über Stress hat vielseitige Gründe. So regieren manche Menschen von Natur aus sensibler auf bestimmten Themen, sind feinfühliger oder nehmen mehr wahr als andere. Auch die eigene Prägung spielt eine große Rolle, Glaubenssätze, Überzeugungen und Werte und die Fähigkeit für diese einzustehen und danach zu leben. Beispielsweise gibt es eine hohe Anzahl an Frauen, die sehr darauf bedacht sind für ihr Umfeld da zu sein, alles richtig und ordentlich zu erledigen, zu organisieren und sich zu kümmern ohne lange Zeit zu bemerken, dass sie selbst auf der Strecke bleiben. Nicht jedem fällt es leicht Grenzen zu setzen und für sich einzustehen. So gibt es Menschen, die jede Order ausführen, egal ob ihr persönliches Pensum dies noch erlaubt oder sie mit der zu vollbringenden Aufgabe konsequent gegen ihr eigenes Wertesystem verstoßen. „Muss halt sein“ und Wegdrücken brodeln dann meist unterbewusst vor sich hin, bis der eigene Kochtopf der Belastungsgrenze überbrodelt oder auch förmlich explodiert.
 

Eine ebenso große Rolle spielen Ruhephasen und Zeit für Abwechslung vom Alltag und Erholung. Was zur Erholung beiträgt und wie lange diese Auszeiten sein sollten, sieht für jeden von uns anders aus. Die Gemeinsamkeit aller ist jedoch, dass es ohne Erholungsphasen nicht geht.

 

Wie man die eigene Resilienz stärken kann

Was genau ist es, was Menschen in herausfordernden Lebensumständen gesund hält und ihre Resilienz gegen Stress größer sein lässt als bei anderen Menschen? Resilienz lässt sich lernen, sich diesem Erlenen zu widmen benötigt jedoch Zeit und Geduld, sowie dem Betrachten verschiedener Faktoren.

 

In erster Linie geht es nicht darum sich Eigenschaften oder Techniken anzutrainieren, die ein noch höheres Pensum ermöglichen und damit unter Umständen ein weiteres negatives Ausbreiten der Stressfaktoren erhöhen. Vielmehr geht es darum Eigenverantwortung zu übernehmen, die eigenen Werte und Überzeugungen zu verstehen und zu lernen dafür selbstbewusst einzustehen, den Blickwinkel so zu verändern, dass Probleme als Chancen wahrgenommen werden können und man selbst unterwegs nicht auf der Strecke bleibt. Es geht auch darum ein gesundes Maß an Selbstwert zu bekommen, dass einem frei von Schuldgefühlen Auszeiten erlaubt und den festen Glauben an die eigenen Fähigkeiten stärkt.

 

Die Grad der Vulnerabilität sieht für jeden Menschen anders aus und so unterscheiden sich auch die Wege zu mehr Resilienz für jeden einzelnen. Der Weg in ein Fahrwasser, dessen Tempo Fortschritt und Weiterentwicklung in einer Form ermöglichen, die gut zu bewältigen ist und einen außerdem in rauerer See nicht aus der Ruhe bringen, kann und darf für jeden individuell gestaltet werden.

 

2 Tipps zur Verbesserung der Stressresilienz

Was viele resliente Menschen gemeinsam haben ist unter anderem die Fähigkeit eine positive Grundeinstellung zu behalten. Es ist der Glaube an sich und daran, dass diese Lebensaufgabe zu meistern ist und vielleicht sogar etwas Positives für sich hat. Werden sie sich Ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst. Was ist es, was Ihnen in der Vergangenheit geholfen hat Herausforderungen zu meistern? Was gibt es am Ende jeden Tages Positives, was Sie sich hierzu vor Augen führen können?

 

Eine weitere Eigenschaft, die vermehrt bei resilienten Menschen gefunden wird, ist der Kontakt zu anderen Menschen. Sie scheuen nicht davor zurück um Hilfe zu fragen, sich ein Netzwerk aufzubauen und sich auszutauschen. Wer in ihrem Umfeld kann ein offenes Ohr bieten oder sie in der derzeitigen Situation unterstützen? Es braucht keine Hundertschaften an Menschen, ein paar wenige Ausgesuchte reichen aus, für ein Gespräch oder dem Finden neuer Ideen.

 

Sie benötigen Unterstützung bei der Stärkung Ihrer Resilienz? Kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches, erstes Coachinggespräch.