Resilienz fördern


Es war ein herrlicher Sommertag, als ich mich nach einer Routineuntersuchung mit Hiobsbotschaft auf der Straße wieder fand. Fragen und Themen, die mich zu dieser Zeit beschäftigt hatten verloren in Bruchteil von Sekunden ihre Relevanz. Sie machten Platz für solche, die bis zu diesem Zeitpunkt nie eine Rolle gespielt hatten. Heute, drei Monate später erhole ich mich noch körperlich und emotional von den Strapazen der letzten Wochen. Dennoch kann ich sagen, dass ich dieses einschneidende Ereignis, insbesondere mental und emotional, glücklicherweise gut überstanden habe. Doch wie kommt es, dass manche Menschen Herausforderungen und Krisen besser verarbeiten und es andere wiederum vollkommen aus der Bahn wirft?

 

Wie explizit Resilienz zu definieren ist und was sie zu hundert Prozent ausmacht, daran wird noch geforscht. Im weitesten Sinne kann sie als die Fähigkeit benannt werden, Herausforderungen und Lebenskrisen auf eine Art und Weise zu bewältigen, die sie auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zurückgreifen und diese als Anlass zur persönlichen Weiterentwicklung nutzen lässt. Nuancen hierzu ändern sich, da Forscher in diesem Bereich immer wieder neue Erkenntnisse gewinnen oder auch bisherige Annahmen streichen müssen. Es scheint sich jedoch abzuzeichnen, dass Menschen, die in der Vergangenheit eine Krise bewältigt haben und hierfür persönliche Erkenntnisse gewonnen und in ihr Leben integriert haben, sich bei späteren Herausforderungen als widerstandsfähiger zeigen.

 

Die 7 Säulen der Resilienz

Einigkeit besteht darüber, dass Resilienz nicht statisch ist. Sie ist beweglich wie das Leben und die Herausforderungen, die es im Laufe der Zeit zu meistern gilt. Einigkeit besteht auch darüber, dass die eigene Haltung, sowie die angewandten Handlungsstrategien eine essentielle Rolle darüber spielen, wie groß die Widerstandsfähigkeit einer Person ist.

Zur inneren Haltung zählen:

  • Optimismus
  • Lebenseinstellung
  • Akzeptanz

Zu den Handlungsstrategien zählen:

  • Verantwortung übernehmen
  • Gestaltung von Beziehungen
  • Handhabung Opferrolle
  • Gestaltung der eigenen Zukunft

Was genau ist darunter zu verstehen? Selbstredend geht eine Hiobsbotschaft an niemandem spurlos vorüber. Mitunter trifft sie einen bis ins Mark, lässt bis eben noch relevante Themen in Windeseile verblassen. Doch wie gehe ich mit dieser Botschaft um? Akzeptanz setzt sich damit auseinander, die Situation erst einmal so anzunehmen, wie sie gerade ist. Natürlich kreuzt unweigerlich die Frage im Kopf auf „warum denn ich?“ Es ist jedoch müßig sich lange damit zu  beschäftigen, oder sich hier als Opfer zu sehen und den Kopf in den Sand zu stecken, denn ändern wird es an der derzeitigen Situation nichts. Interessanter war somit für mich die Frage „welche Möglichkeiten gibt es für mich und welche davon ist die, mit der ich am besten leben kann?“ Keine Frage, ich stand unter Schock, doch tief in meinem Inneren wusste ich, dass sich hieraus für mich auch etwas entwickeln könnte, von dem ich bisher noch nicht einmal geahnt hatte. So meine persönliche Lebenseinstellung und auch die mag für jeden Menschen anders aussehen. Für mich ist es eine, die mir ermöglicht optimistisch zu Werke zu gehen, es ist die Kunst aus der größten … Pleite auch noch etwas Positives zu ziehen. Und tatsächlich hat sich im Laufe der Zeit gezeigt, dass dies durchaus lohnenswert für mich war.

Eine große Rolle diese besondere Situation zu meistern spielten auch Familie und Freunde. Die Frage nach Hilfe und Unterstützung in Krisen ist eine absolute Stärke und kein Zeichen der Schwäche, diese nicht alleine meistern zu können. Sich darauf einzulassen, dass Freunde einem begleiten, andere ein offenes Ohr dafür haben, was solch eine Herausforderung mit einem macht und was einen bewegt, Einkäufe erledigen zu lassen, unerwartete Post, kurze Spontanbesuche und das einfache Angebot von Menschen dazu sein, wenn Bedarf besteht, haben einen schier unbändigen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden und stärken die Resilienz. Wie so häufig in solchen Lebenslagen trennt sich in diesen Zeiten manchmal auch die Spreu vom Weizen. So manch einer versucht das Problem zu seinem eigenen zu machen und bei anderen geht der lange vorgetäuschte Anstand über Board.

Wichtig jedoch auch in solchen Lebenslagen ist die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Nicht nur zu entscheiden, was erscheint für mich nun die beste Handlungsweise, sondern mich tatsächlich auch mit der Thematik auseinanderzusetzen, um hier das Best Mögliche aus der Situation herauszuholen. Die Möglichkeit in Anspruch zu nehmen, sich über Alternativen zu informieren, mich mit anderen Menschen zu einer Thematik auszutauschen und daraus etwas abzuleiten, was sich gut und richtig anfühlt. Es zu meiner Entscheidung zu machen und nicht anderen diese Entscheidung zu überlassen.

Wie lässt sich Resilienz lernen und stärken?

Die Fähigkeiten, durch welche die sieben Säulen der Resilienz gestützt werden, lassen sich fördern und erlernen. Es erstaunt beispielsweise immer wieder, dass manch einer, den man früher als negativen Brummelkopf wahrgenommen hat, auf einmal vor Lebensfreude und Optimismus nur so strotzt. Ein Universalrezept zur Stärkung der Resilienz lässt sich schwer ausstellen, denn für jeden Menschen gibt es unterschiedliche Herangehensweisen und Bedürfnisse. Es gibt jedoch einige Übungen, die ausprobiert werden können, um die eigene Resilienz zu stärken:

  1.  Optimismus schärfen
    Selbst der Tag bescheidenste Tag mit den größten Herausforderungen hat meist irgendetwas Gutes an sich. Schreiben Sie für sich am Ende des Tages eine Liste, mit drei positiven Dingen. „Hatte Spaghetti-Eis zum Mittag.“, „Die Gemüse-Verkäuferin auf dem Markt hat mir eine Tomate geschenkt.“. … Was passiert mit Ihnen im Laufe der Zeit?
  2.  Akzeptanz üben
    Es gibt Situationen, die können wir beeinflussen und dort lohnt es sich auch Energie zu investieren. Ebenso gibt es jedoch Situationen, die sich nicht beeinflussen lassen und an denen Klagen auch nichts verbessert. Wenn die Bahn heute streikt, streikt die Bahn heute. Die einzige Möglichkeit an mein Ziel zu kommen, ist mir eine Alternative zu suchen oder neu zu planen. Welches sind Momente, in denen sie positiv etwas beeinflussen können und wo ist es besser, die Situation zu akzeptieren und sich auf anderes zu konzentrieren?
  3.  Opferrolle verlassen & Verantwortung übernehmen
    Manchmal ist es einfach bequem vor sich hinzuweinen und auf alles herum zu schimpfen. Und um Dampf abzulassen, mag das für den ersten Moment auch gut tun. Auf Dauer jedoch ist dies eine Haltung, die uns passiv werden lässt. Sie basiert auf der Annahme, dass wir selbst nichts tun können. Damit überlassen wir in unserem Leben das Steuerrad Fremden, Menschen, von denen wir unter Umständen nicht einmal beeinflusst werden wollen. Wenn Sie sich das nächste Mal in einer Situation wiederfinden, in denen alles und jeder für ihre Situation verantwortlich zu sein scheint, halten Sie einen Augenblick inne. Wenn es in diesem Moment einen Prozentpunkt Anteil gibt, den Selbst verändern und beeinflussen können, welcher wäre dies? Probieren Sie aus was passiert, wenn Sie genau diesen Punkt angehen.

Dies sind Anregungen und erste Ideen, wie sich Resilienz stärken lässt. Wo genau Ihre Bedürfnisse liegen und welche Schritte es braucht, um Ihre Resilienz zu fördern, lässt sich am Besten in individuellen Coachings eruieren. Hier wird gezielt darauf eingegangen, an welchen Stellen Sie eine Stärkung benötigen und Sie entwickeln Ihre einzigartigen Ideen, wie Sie diese erlangen können. Gerne stehe ich Ihnen hierbei zur Seite. Kontaktieren Sie mich jetzt für ein unverbindliches Erstgespräch.